Was soll ich tun?

Als Dozent für Wirtschaftsphilosophie und Ethik werde ich zunehmend von jungen Menschen, genauer gesagt von Studentinnen und Studenten der Betriebsökonomie, gefragt, was sie denn tun sollen, damit sie der Zukunft erfolgreich begegnen können.

Im Gegensatz zu den meisten Menschen, die tief im Berufsleben verankert sind und kaum Zeit für eine kritische Reflexion unserer Gesellschaft aufbringen, machen sich diese jungen Menschen Gedanken über ihre Zukunft. Viele haben die Ansicht, dass weder unser derzeitiges Wirtschaftssystem noch die nationalstaatliche oder supranational organisierte Politik nachhaltig ist.

Junge angehende Führungspersonen möchten faire Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und keine psychopharmakologischen Substanzen schlucken müssen, um im Konkurrenzkampf bestehen zu können. Sie möchten in einer Gesellschaft arbeiten, in der die Einkommen den Leistungen entsprechen und nicht eine Mentalität «the winner takes it all» herrscht. Sie haben die Idee, dass ein politisches System sich vor allem mit den grossen gesellschaftlichen Problemen beschäftigten sollte – anstatt den Eigennutzen zu maximieren.

Aufgrund der derzeitigen Lage stellt sich für viele junge Menschen die Frage: «Was soll ich tun?», damit die Idee eines guten und gelingenden Lebens nicht zu einer Fata Morgana wird.